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Kurse

Wissen um altes Schneider- und Textilhandwerk nur zu suchen, reicht nicht aus. Viel altes Wissen um historische Textiltechniken ist bereits ausgestorben oder nur noch bei einigen wenigen "alten Hasen" zu finden.
Meine gesammelte Erfahrung im Bereich Textil gebe ich gerne weiter. Dafür biete ich Kurse an, die je nach Wunsch aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt werden können.
Möglich ist Erklärung und Anleitung zu folgenden Tätigkeiten:

Spinnen

Spinnen ist die grundlegende Tätigkeit im Textilbereich - ohne Spinnvorgang kein Faden, und ohne Faden läßt sich weder nähen noch weben noch flechten. Aus der Faser einen Faden entstehen zu sehen, ist gleichzeitig ein faszinierender Prozeß. Ich führe in die Geschichte, Theorie und Praxis des Spinnens ein, mit der Handspindel und auf Wunsch auch mit dem Spinnrad.

Flechten und Fingerschlaufenflechten

Flechttechniken sind eine schnelle, schöne Möglichkeit zur Fertigung schmaler Bänder und Borten. Geflechte sind stabil und bieten eine große Anzahl an Gestaltungsvarianten. Das heute langsam wieder beliebte Fingerschlaufenflechten stellt einen Schwerpunkt meiner Flechtanleitungen dar: Mit den Schlaufen, die durcheinander hindurch verkreuzt und verflochten werden, können verblüffende Effekte erzielt werden. Aus Wolle, Seide oder Leinen entstehen runde, flache und ovale Bänder, und für besonders aufwendige oder breite Geflechte können mehrere Flechter zusammenarbeiten. Fingerschlaufenflechten trainiert gleichzeitig die Feinmotorik der Hände und erleichtert so auch die Arbeit in anderen Techniken.

Netzknüpfen (Filetarbeit)

Netze stellen eine altbekannte Möglichkeit dar, Gegenstände (oder Haare) zusammenzuhalten. Netze sind leicht, stabil und passen sich der Form ihres Inhalts an. Leer nehmen sie nur wenig Platz weg und lassen sich so leicht verstauen.
Die Kunst des Netzens ist heute fast vergessen. Ich führe in die Unterschiede zwischen groben und feinen Netzen ein und lehre die beiden historisch belegten Knotenvarianten. Die feinen Netze, die als Grundlage für echte Filetarbeit (Stickerei auf Netzgrund) verwendet werden können, lassen sich wunderbar als Haarnetze verwenden, während grobe Netze nicht nur als Fischnetze, sondern auch als Transport- und Aufbewahrungsmöglichkeit genutzt werden können.

Brettchenweben

Brettchenweberei hat in den letzten Jahren einen riesigen Aufschwung erlebt, und auf jeder Veranstaltung finden sich heute Brettchenweber und Verkaufsstände, bei denen man Borten erstehen kann. Wer selbst einmal diese vielseitige Webtechnik ausprobieren möchte, kann sich von mir in die Grundlagen der Technik einführen lassen, Broschuren oder komplexere Bindungsarten wie Köperbindung erlernen oder sich mit den Vorgehensweisen beim Entwurf eigener Muster beschäftigen.

Stoffkunde und Handnähte

Die Wahl von Stoff und Naht gehört zu den Grundlagen der mittelalterlichen Schneiderei. Der richtige Stoff und der geeignete Stich dazu kann die Anfertigung eines Gewandes erleichtern und die Freude am fertigen Kleidungsstück vergrößern.
Ich erkläre die Unterschiede zwischen pflanzlichen und tierischen Fasern und ihre besonderen Eigenschaften. Bei der "Brennprobe" kann jeder Teilnehmer selbst sehen und riechen, wie sich die verschiedenen Fasern verhalten. Schließlich fertigt jeder ein Mustertuch mit den verschiedenen archäologisch belegten Stich- und Nahtvarianten an und erlernt dabei die einzelnen Nähte und ihre Eignung.

Mittelalterliches Schneidern

In diesem Kurs wird ein mittelalterliches Kleidungsstück gefertigt. Nach vorheriger Absprache werden die einzelnen Teile des Gewandes zugeschnitten, angepaßt und zusammengeheftet. Ich zeige Tricks und Kniffe, und jeder Teilnehmer erlernt die für seinen Stoff und Schnitt geeigneten Näh- und Versäuberungstechniken.
Für den Schneiderkurs ist eine Absprache notwendig, damit während der Kurstage nicht allzuviel Zeit durch Überlegen und Planen verlorengeht. Mindestens zwei volle Tage sind für den Schneiderkurs notwendig, damit jeder der Teilnehmer sein oder ihr Gewand vollständig angepaßt und geheftet mitnehmen kann. Die Fertigstellung - restliche Nähte, Versäuberungen und Säume - findet selbständig nach dem Kurs statt.

Theorie zur Praxis

Zur Auffrischung der theoretischen Grundlagen stelle ich Methoden und Probleme der Kostümforschung vor. Weitere Themen sind archäologische Kleidungsfunde, Umgang mit Bild- und Schriftquellen, Schneidertechnik und die Entwicklung der Kleidung im Laufe des Mittelalters.

Nadelbindung und Sprang

Bei Nadelbindung und Sprang biete ich nur eine Einführung in die Grundlagen ein - Fortgeschrittenen kann ich hier leider (noch) nicht weiterhelfen.


Bei einem Kurswunsch lassen sich aus diesen Bereichen nach Lust, Laune und natürlich verfügbarer Zeit Programme zusammenstellen. Bei Schneiderarbeiten sind allerdings, je nach Kursdauer und Teilnehmerzahl, nicht alle Kleidungsstücke möglich: einige Teile sind so komplex und zeitaufwendig, daß dies zu Lasten aller anderen Teilnehmer gehen würde.
Für Kurse sind entsprechend geeignete Räume notwendig, auch das variiert je nach Kursprogramm und natürlich der Teilnehmerzahl. Mindestteilnehmerzahl sind 5 Personen.


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Aktualisiert: Oktober 06, 2008
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